B. B. King

B. B. King

* 16.09.1925 in Musiker
† 14.05.2015 in Musiker
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Angelegt am 16.05.2015
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Blues-Legende B.B. King gestorben

16.05.2015 um 10:02 Uhr von WESER-KURIER
B.B. King © dpa
Hatte immer ein offenes Ohr für sein Publikum: B.B. King 2009 in Montreux. Foto: Laurent Gillieron (dpa)
 

Und auch das war nicht der endgültige Abschied. Mit 85 Jahren legte er 2011 vor Fans in Deutschland wieder den legendären Hüftschwung hin und begeisterte mit seinem Blues-Feeling. So lange ihn das Publikum sehen wolle, werde er auch auftreten, versprach er bei seinen Konzerten.

Fragil und gehbehindert, aber weiter sprühend vor Witz und Energie trat die Blues-Legende noch im vergangenen Herbst in den USA auf. Doch nun hat sich der «King of the Blues» für immer verabschiedet. Mit 89 Jahren ist der Sänger und Gitarrist, der seit vielen Jahren an Diabetes litt, in Las Vegas gestorben.

 

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Der legendäre B.B. King starb im Alter von 89 Jahren. Foto: Skip Bolen (dpa)
 

Mit «Lucille», wie er seine Gitarren liebevoll nannte, spielte und sang der schwarze Amerikaner den Blues so, wie er ihn als Kind im Mississippi-Delta gehört hat. Nur eins übertreffe «Lucille», gestand der «König des Blues» seinem Biografen: «Richtiger Sex mit einer richtigen Frau».

Seine beiden Ehen scheiterten, vor allem wohl, weil er immer auf Achse war. 15 Kinder soll er gezeugt haben, mit 15 verschiedenen Frauen, nicht ein einziges ehelich. «Ich hatte immer ein gutes Verhältnis zu den Müttern meiner Kinder - vorher, währenddessen und hinterher», prahlte der Schwerenöter.

 

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Denkmal zu Lebzeiten: B.B. King 2002 in Montreux. Foto: Martial Trezzini (dpa)
 

Obwohl Blues, die Urform des Jazz, sein Leben war, machte es ihm zu schaffen, «nur» als Bluesmusiker geschätzt zu werden. «Blues-Sänger zu sein ist so, als ob man gleich zwei Mal schwarz wäre», heißt es in seiner Biografie («B.B. King: Ein Leben mit dem Blues»). Mit Bewunderung blicke er zu Jazz-Kollegen wie Dizzy Gillespie, Miles Davis und Charlie Parker auf. Wie sie spielen, gehe schlicht über seinen Horizont. «Blues ist eine einfache Musik», sagte er, «und ich bin ein einfacher Mann.»

Geboren wurde Riley B. King am 16. September 1925 als Sohn armer Plantagenarbeiter in Indianola (Mississippi). Sein Vater verlässt die Familie, als er vier ist. Die Mutter stirbt bald darauf. Schwere Feldarbeit hilft dem Jungen zu überleben. Er singt in Gospelchors, bringt sich selbst das Gitarrespielen bei und zieht schließlich für ein paar lausige Dollar von einer Südstaaten-Kaschemme zur anderen.

 

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In Montreux war er Stammgast: B.B. King 2002 beim Jazzfestival in der Schweiz. Foto: Fabrice Coffrini (dpa)
 

Den kraftvollen Anschlag aus dem Handgelenk und die langen Läufe, die seine Gibson zum Jauchzen bringen, hatte King schon ganz gut drauf, als er Ende der 40er Jahre nach Memphis ging. Dort engagierte man ihn als den «Blues Boy» für eine Radio-Show. Aus «Blues Boy» wurde B.B. - King hieß er ja sowieso schon.

Und den Titel «The King of the Blues», den er sich selbst mit einem gleichnamigen Album zulegt, macht ihm spätestens seit 1987 keiner mehr streitig: 62-jährig erhielt B.B. King den Lebenswerk-Grammy. Dass er sein Repertoire auch ein Vierteljahrhundert später noch anreichern würde, ahnte damals niemand.

 

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Die amerikanische Blues-Legende B.B. King ist gestorben. Foto: Walter Bieri (dpa)
 

Den Durchbruch hatte King schon Ende der 60er Jahre mit seiner Erfolgsnummer «The Thrill Is Gone» geschafft. Über Nacht wollte alle Welt seinen Blues hören. King wurde zur Gartenparty der britischen Queen eingeladen, zum Empfang im Weißen Haus. Schwedens König Carl XVI. Gustaf verlieh ihm den vornehmen Polar-Musikpreis. US-Präsident Barack Obama lud die Musiklegende 2012 zusammen mit Mick Jagger und anderen Blues- und Rockgrößen in seine Washingtoner Residenz ein.

Ohne B.B. King hätte der Blues vielleicht nie das Image der Arme- Schlucker-Musik aus den Schwarzen-Ghettos abgestreift. Er beobachtete derweil mit wachsender Irritation, wie sich die Jugend für Rock'n'Roll begeisterte. Als Außenseiter fühlte er sich auch, als der Soul aufkam. Später grämte er sich, dass die HipHop-Generation «leider oft kein Interesse am echten Blues» habe.

 

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B:B. King 2001 beim Jazzfestival in Montreux. Foto: Martial Trezzini (dpa)
 

Dabei hatte er viele Bewunderer. John Lennon sagte einmal, er würde gern Gitarre spielen können wie B.B. King. Sein Bandkollege Ringo Starr twitterte jetzt: «Gott segne BB King». Eric Clapton dankte dem «Leuchtturm» für «all die Inspiration und die Ermutigung, die er mir als Musiker über die Jahre gegeben hat, und die Freundschaft, die wir genossen haben». Und Lenny Kravitz schrieb: «BB, jemand kann Tausend Noten spielen und trotzdem niemals ausdrücken, was Du mit einer sagen konntest.»

 

B.B. King

Traueranzeige

16.05.2015 um 09:51 Uhr von WESER-KURIER
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Der Buddha des Blues

16.05.2015 um 09:51 Uhr von WESER-KURIER

Blues legend B.B. King dead at 89 © HENNING KAISER, dpa

Aus Deutschland verabschiedet hatte sich B. B. King bereits vor zehn Jahren. 2005 beendete er seine Tournee, die ihn seinerzeit leider nicht nach Bremen führte. Dafür gab es im Norden einen legendären Auftritt in Hamburg. Ein Jahr später führte ihn seine „Final-Farewell-Tour“ erneut durch Europa. Aber auch das war nicht der endgültige Abschied. Mit 85 Jahren begeisterte er 2011 erneut die Fans in Deutschland – unter anderem in Hannover und Wolfsburg beim Movimentos – mit seinem Blues-Feeling. So lange ihn das Publikum sehen wolle, werde er auch auftreten, versprach er bei seinen Konzerten.

Nun ist er gestorben. Damit geht sein Gastspiel vor drei Jahren in Düsseldorf als das allerletzte, das er je auf deutschem Boden gab, mit ihm in die Musikgeschichte ein. Er spielte, sang und plauderte im Sitzen neben seinem Ständer für die Handtücher, ließ die Gitarre greinen, sang „You Are My Sunshine“ und „The Thrill Is

Gone“ und plauderte über das Alter, seinen Blutzuckerwert und seine Schwäche für die Schönheit aller Frauen im Saal. Mit „Lucille“, wie er seine Gitarren liebevoll nannte, spielte und sang der schwarze Amerikaner den Blues so, wie er ihn als Kind im Mississippi-Delta gehört hatte. Nur eins übertreffe „Lucille“, gestand der „König des Blues“ seinem Biografen: „Richtiger Sex mit einer richtigen Frau“. Eine „Lucille“, die ihn 50 Jahre begleitet hatte, überreichte er übrigens 1997 an den damaligen Papst Johannes Paul II.

Seine beiden Ehen scheiterten, vor allem wohl, weil er immer auf Achse war. 15 Kinder soll er gezeugt haben, mit 15 verschiedenen Frauen, nicht ein einziges ehelich. Obwohl Blues, die Urform des Jazz, sein Leben war, machte es ihm zu schaffen, „nur“ als Bluesmusiker geschätzt zu werden. „Blues-Sänger zu sein ist so, als ob man gleich zwei Mal schwarz wäre“, heißt es in seiner Biografie („B. B. King: Ein Leben mit dem Blues“). Mit Bewunderung blicke er zu Jazz-Kollegen wie Dizzy Gillespie,

Miles Davis und Charlie Parker auf. Wie sie spielten, gehe schlicht über seinen Horizont. „Blues ist eine einfache Musik“, sagte er, „und ich bin ein einfacher Mann.“ Geboren wurde Riley B. King am 16. September 1925 als Sohn armer Plantagenarbeiter in Indianola (Mississippi). Sein Vater verlässt die Familie, als er vier ist. Die Mutter stirbt bald darauf. Schwere Feldarbeit hilft dem Jungen zu überleben. Er singt in Gospelchören, bringt sich selbst das Gitarrespielen bei und zieht schließlich für ein paar Dollar von Auftritt zu Auftritt durch die Bars der Südstaaten. Den kraftvollen Anschlag aus dem Handgelenk und die langen Läufe, die seine Gibson zum Jauchzen bringen, hatte King schon ganz gut drauf, als er Ende der 40er-Jahre nach Memphis ging. Dort engagierte man ihn als den „Blues Boy“ für eine Radio-Show. Aus „Blues Boy“ wurde B. B. – King hieß er ja sowieso schon. Und den Titel „The King of the Blues“, den er sich selbst mit einem gleichnamigen Album zulegt, machte ihm spätestens seit 1987 keiner mehr streitig: 62-jährig erhielt B. B. King den Lebenswerk-Grammy.

Den Durchbruch hatte King schon Ende der 60er-Jahre mit seiner Erfolgsnummer „The Thrill Is Gone“ geschafft. Über Nacht wollte alle Welt seinen Blues hören. King wurde zur Gartenparty der britischen Queen geladen, zum Empfang im Weißen Haus. Schwedens König Carl XVI. Gustaf verlieh ihm den vornehmen Polar-Musikpreis. US-Präsident Barack Obama lud die Musiklegende 2012 zusammen mit Mick Jagger und anderen Blues- und Rockgrößen in seine Washingtoner Residenz ein. Apropos Mick Jagger. Er ist genau, wie die anderen Stones, ein glühender Verehrer von B. B. King und bezeichnete es als große Ehre, dass er einige Male mit dem „King“ auf der Bühne stehen durfte.

Ebenso ging es John Mayall oder Eric Clapton, der gemeinsam mit B. B. King 2000 die CD „Riding with the King“ aufnahm. Das Coverfoto zeigt die beiden Musiker, wie sie in einem offenen Cadillac fahren. Eric Clapton am Steuer und B. B. King, wie ein Buddha lächelnd im schicken Anzug auf der Rückbank. Ohne B. B. King hätte der Blues vielleicht nie das Image der Arme-Schlucker-Musik aus den Schwarzen-Ghettos abgestreift.

Mit tausenden Genesungswünschen hatte die US-Stadt Memphis der todkranken Blues-Legende B.B. King erst vor wenigen Tagen gedacht. Der Bürgermeister hatte Fans des Musikers dazu aufgerufen die besten Wünsche nach Memphis zu schicken, die dann an B. B. King weitergeleitet würden. Geholfen hat es leider nicht mehr.